Die Statistik kann sich sehen lassen: Tausende Teilnehmer verzeichnet das „Jerusalem
Zentrum für Christlich-Jüdische Beziehungen“ (JCJCR, Jerusalem Center for Jewish-Christian Relations) jährlich. Mehr als drei Viertel der Besucher von JCJCR-Veranstaltungen sind Einheimische, Juden und Christen, die übrigen kommen aus dem Ausland.
Es geht um Information, gegenseitiges Kennlernen, Verständnis für

die Ängste und Sorgen der anderen. Im JCJCR kommen, wie es auf der Website (www.jcjcr.org) der Organisation heißt, „zum ersten Mal seit zwei Jahrtausenden Vertreter der jüdischen Mehrheit und christlichen Minderheit unmittelbar zusammen. Die Treffen sind schwierig, weil die Mehrzahl der Christen wie der Juden aufgrund ihrer je eigenen nationalen Identität in einem permanenten Konflikt stecken“.
Und dennoch ist die Initiative unverzichtbar. Die meisten JCJCR-Besucher nehmen an Bildungsprogrammen teil, Veranstaltungen, die dazu dienen, Vorurteile und negative Stereotypen abzubauen. Stattdessen wird Wissen vermittelt über Kultur, Glauben, Geschichte und Tradition der Religionsgemeinschaften. Es soll ein Gemeinsinn, ein Geist der Versöhnung und Zusammenarbeit entstehen, der den Beteiligten hilft, gemeinsame Werte zu entdecken und Ziele zu formulieren, die zusammen erreicht werden können.
Kontakte zu anderen Organisationen im Land, die vergleichbare Anliegen haben, sollen dazu beitragen, ein Netzwerk all derjenigen zu etablieren, die einen dauerhaften Frieden im Nahen Osten wünschen. Derzeit kooperiert JCJCR mit mehr als 70 verschiedenen jüdischen und christlichen Initiativen, Institutionen, Kirchen, Organisationen und Synagogen. Eine enge Partnerschaft ve

rbindet das Jerusalem Zentrum mit dem
ICCI, Interreligious Coordinating Council in Israel, dem Interreligiösen Koordinationsrat, einer der bekanntesten Institutionen im Land.
In so genannten Begegnungsgruppen, die das JCJCR organisiert, kommen regelmäßig Dutzende Teilnehmer zusammen. Zum Beispiel christliche und jüdische Frauen. Sie treffen sich, um einander kennenzulernen und um Erfahrungen auszutauschen, die sie dann an ihr Umfeld weitergeben. Unter den jüdischen Teilnehmerinnen sind auch orthodoxe Jüdinnen, die sich dem national-religiösen Lager zurechnen. Gemeinsam mit ihren christlichen Gesprächspartnerinnen wirken sie als Botschafterinnen für ein friedliches Zusammenleben. Zum Programm des Jerusalem Zentrums gehören zudem Treffen christlicher, jüdischer und muslimischer Jugendlicher sowie gemeinsame Sprachkurse und öffentliche Symposien.

Das internationale katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ unterstützt die JCJCR-Aktivitäten seit Jahren. Von 2011 bis 2013 wird ein Zuschuss von jeweils 15.000 Euro gewährt.
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