36 sudanesische Jugendliche fahren mit der Hilfe von „Kirche in Not“zum Weltjugendtag

14/08/2011

„Wir haben unsere Hoffnung auf den lebendigen Gott gesetzt“ (1Tm 4:10) lautet einer der Mottosätze des diesjährigen Weltjugendtages in Madrid. Dies ist auch das Geheimnis der Christen im Sudan. Auf wen hätten sie unter der machthabenden arabischen Elite und in fast 22 Jahren des Bürgerkriegs sonst hoffen sollen? Unterdrückung, Gewalt, Vertreibung, Islamisierung und die Einführung der Sharia– eine ganze Generation hat ihr Land nie anders als in diesem Licht erlebt. Und doch haben sich die katholischen Gläubigen die Flamme der Hoffnung und des Glaubens bewahrt.

110814 sudan_nb.jpgDaran, dass es so ist, haben die durch den kürzlich selig gesprochenen Papst Johannes Paul II. ins Leben gerufenen Weltjugendtage einen Anteil. Bereits an den Weltjugendtagen in Köln (2005) und Sydney (2008) nahmen mit der Unterstützung des internationalen katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ jeweils mehr als vierzig sudanesische Jugendliche teil. Zwar waren dies nur kleine Gruppen, jedoch haben sie bei ihrer Rückkehr ihre Begeisterung und ihre Erfahrungen mit in ihre Gemeinden vor Ort gebracht und wirken auf diese Weise mit am Aufbau einer neuen Gesellschaft. John aus Khartoum, wo Christen eine diskriminierte Minderheit bilden, beschreibt, was die Teilnahme am Weltjugendtag für ihn und die anderen Jugendlichen bedeutet hat: „Wir spüren, dass wir nicht allein auf der Welt sind, sondern dass wir ein Teil dieser großen und wunderbaren Begegnung sind, die sogar die geographischen Grenzen überwindet.“ Die 27jährige Lona aus Juba (Südsudan) ergänzt: “Ich habe erkannt, dass unser katholischer Glaube sehr stark ist und dass das Leben ohne Christus nutzlos ist.“
Seit drei Jahre bereiten sich die neun sudanesischen Diözesen durch Gebet und gemeinsame Aktivitäten auf den Weltjugendtag in Madrid vor.

In diesem Jahr sollen mit der Hilfe von „Kirche in Not“ 36 Jugendliche aus allen Diözesen des Nord- und Südsudan am Weltjugendtag teilnehmen. Pater Santino Mourino Morokomomo, der Weltjugendtagskoordinator für den Sudan, sagt: “Die Bischöfe sind vollkommen davon überzeugt, dass der Weltjugendtag unserer Jugend dabei helfen wird, engagiertere und hingebungsvollere Christen zu werden, die an ihrem Glauben festhalten, und nicht an den heutigen Herausforderungen scheitern.”
„Kirche in Not“ hilft mit 35.000 Euro, damit junge Menschen durch den Weltjugendtag lernen, dass alle Menschen eins sind. Diese Erfahrung bringen sie mit nach Hause und teilen sie mit ihren Gemeinden. Es ist eine Investition in die Jugend, in deren Händen die Zukunft des Landes liegt.