19/06/2009
Pizzerias, Bibliotheken und Fastfood-Lokale, in denen nur alkoholfreie Getränke ausgeschenkt werden, sind einige der Orte, in denen sich die Shalom-Mitglieder treffen, um Jugendliche zu evangelisieren und ihnen spirituelle Unterstützung anzubieten.
Shalom ist eine katholische Gemeinschaft, die auf die Frage, wie man zu den Herzen der
Menschen gelangen kann, die abgeschieden von Christus und der Kirche leben, mit Initiativen antworten, die, den Zeiten angepasst, Musik, Sport, Kunst und alle Kommunikationsmedien miteinbeziehen. „Das Wichtigste sind Kreativität und Mut: das sind die Grundpfeiler einer tapferen Evangelisierung, die ansprechend wirkt auf Menschen, die Jesus nicht kennen oder sich ihm widerstehen. Es ist die tatkräftigste Antwort auf die Säkularisierung“, versichert Moysés Louro, Gründer und Generalmoderator von Shalom.
Die katholische Gemeinschaft, die ihre Inspiration von der Allerheiligsten Dreifaltigkeit bezieht, wird 1982 in Fortaleza (Brasilien) gegründet. Ihre Richtlinien – Kontemplation, Einheit und Evangelisierung – leiten sich von jener Stelle des Johannes-Evangeliums ab, in der Jesus nach der Kreuzigung den Aposteln erscheint und ihnen auf Aramäisch sagt: „Friede sei mit euch“ („Shalom“). Durch diese Begegnung in der Einheit mit dem vom Vater gesandten Christus, die ihnen die Gnade des Heiligen Geistes verleiht, erfahren die Apostel den Frieden und die Liebe der Allerheiligstein Dreifaltigkeit, die sie zur Evangelisierung und zum Aufsuchen der verlorenen Seelen veranlasst. Moysés Louro erklärt, dass der damals abwesende Apostel Thomas mit Skepsis reagierte, als er von den anderen über das Geschehene aufgeklärt wurde, und dass erst dann daran glaubte, als er mit seinen eigenen Fingern Jesus’ Wunden berührte. Und so verfahren auch die Shalom-Brüder, die nach der Erfahrung des Heiligen Geistes in die Welt rausgehen, um die Warheit zu verkünden, indem sie die grösste Not berühren, nämlich die spirituelle.
Angesichts der – besonders unter den Jugendlichen – positiven Aufnahme und nach der Anerkennung von Seiten des Vatikans startet Shalom im Jahre 2000 einen grossen Internationalisierungsprozess. Inzwischen ist die Gemeinschaft schon in fünfzehn Ländern aller Welt vertreten und plant die Gründung neuer Zentren in weiteren zwölf.
Aber Shalom hat in diesem Entwicklungs- und Wachstumsprozess auch Schwierigkeiten mit der Jugend und der Welt erfahren. Da sind, zum Beispiel, der Relativismus, die Gleichgültigkeit und die Mentalität der Unmittelbarkeit, die, auf das Glücksgefühl übertragen, es als etwas Momentanes und nicht auf das ganze Leben Bezogene erscheinen lässt. Der Gründer versichert, dass die Jugend aus diesem Grund die Flamme der Unendlichkeit im Drogenkonsum, im übermässigen Alkoholkonsum und einem unordentlichen Umgang mit der Sexualität sucht. „Die Menschen suchen Gott, und die grösste Schwierigkeit ist der Mangel an Mut, Ihn zu verkünden“, fügt Moysés hinzu. Aber die Shalom-Mitglieder sehen in diesen Schwierigkeiten kein Hindernis, sondern eine Chance. Deshalb haben sie sich den Satz von Johannes Paul II. – „Die Jugend ist die Zukunft der Kirche und der Welt“ – zueigen gemacht und sich vorgenommen, ein Zentrum zur Verbreitung der Gemeinschaft und zur Unterstützung der Missionare zu errichten.
Mit dem Bau ihres Hauptsitzes („Diaconia Geral“) haben sie schon begonnen, und Dank der Unterstützung von „Kirche in Not“ ist nun der Verwaltungsteil fertig. Jetzt fehlt noch ein Gebäude, dass den Familien der Gemeinschaft, den Priestern und Personen des geweihten Lebens eine Unterkunft bietet. „In diesem Zentrum ergänzen sich die verschiedenen Stände des kirchlichen Lebens mit den Sakramenten“, bemerkt der Gründer, der hinzufügt, dass das Charisma von Pater Werenfried wichtig und grundlegend für die heutige Kirche ist, da es den Gläubigen ermöglicht, ihren Glauben zu leben und gleichzeitig der notleidenden Kirche zu helfen.
„Dort, wo wir sind, befinden sich auch ‚Kirche in Not’ und alle ihre Wohltäter, die uns sowohl spirituell wie materiell unterstützen, weil sie sich der heutigen Nöte und Dringlichkeiten bewusst sind“, sagt Moysés Louro abschliessend.
Geschrieben von Francisca Prado
