Ausbildung von Laien in der Diözese Ratnapura
06/07/2009
Ratnapura bedeutet „Stadt der Edelsteine“. Vor allem Rubine und Saphire werden hier abgebaut. Schon König Salomon soll der Königin von Saba einen Rubin geschenkt haben, der von dort stammte. Die „Stadt der Edelsteine“ ist aber auch der Sitz der gleichnamigen Diözese. Die katholische Kirche steht hier vor großen Problemen. Katholiken bilden nur 1 Prozent der Bevölkerung und leben weit verstreut.
Zudem bereiten christliche Sekten Bischof Cletus Chandrasiri Perera große Sorgen, da diese mit unlauteren Mitteln versuchen, die buddhistische Bevölkerung zu bekehren. Gebetshäuser der Sekten schießen wie Pilze aus dem Boden, und ihre Anhänger gehen in alle Städte und Dörfer, in Schulen und Krankenhäuser und erwecken in den Buddhisten, die nicht zwischen Katholiken und christlichen Sekten unterscheiden können, den Eindruck, Christen seien gegen sie eingestellt. So habe auch das Bild der Katholischen Kirche großen Schaden genommen, erläutert er. Vereinzelt sei es sogar zu Übergriffen auf katholische Gotteshäuser gekommen, und auch in der Politik habe sich als Reaktion auf die Aktivitäten der fundamentalistischen christlichen Sekten ein buddhistischer Fundamentalismus mit starken Kampagnen gegen die Christen im allgemeinen und auch gegen die Katholische Kirche herausgebildet.
In dieser Situation ist es wichtig, dass den Priestern, von denen es zu wenige gibt, ausgebildete Laien zur Seite stehen, die ihren Schwestern und Brüdern die wahre Frohe Botschaft Jesu Christi bringen. Schon seit Jahren hat die Diözese damit positive Erfahrungen gemacht, aber die Laienmitarbeiter der „ersten Stunde“ werden langsam weniger – manche haben geheiratet oder sind aus der Region weggezogen, und so besteht der dringende Bedarf, wieder Laien auszubilden. 40 junge Frauen und Männer haben sich gefunden, die bereit sind, sich darauf vorzubereiten, auf diese Weise den Priestern bei ihrer Arbeit im Weinberg des Herrn zur Seite zu stehen und den Herausforderungen, vor denen die Katholiken in Ratnapura stehen, zu begegnen. Der Lehrgang erstreckt sich über zwei Jahre. „Kirche in Not“ unterstützt die Ausbildung der 40 Laien in diesem und im kommenden Jahr mit insgesamt 30.000 Euro.
