Tschechien: Papstbesuch bringt Christus wieder vor die Augen

16/09/2009

Königstein im Taunus 15.09.2009 – Der Prior des Karmelitenklosters des Prager Jesuskindes, Pater Petr Sleich, hat gegenüber dem internationalen katholischen Hilfswerk „ Kirche in Not“ erklärt, der Besuch des Papstes in der Tschechischen Republik habe zum Ziel, Christus wieder vor die Augen und in das Bewusstsein der Menschen zu bringen

Eine wirkliche Begegnung mit Christus und Symbole, die jeder versteht

Pater Sleich unterstrich, die Menschen sehnten sich danach, Christus vor Augen zu haben. 090916-detail.jpgBildliche Darstellungen wie die des Prager Jesuskindes würden dabei helfen. Er verglich es mit Familienfotos, die dazu beitragen, sich den dargestellten geliebten Personen nahe zu fühlen. Der Unterschied zwischen solchen Fotos und religiösen Bildern und Figuren bestehe jedoch darin, dass die Darstellung Jesu Christi zu einer „wirklichen Begegnung“ führe.

Was nur wenige wissen: Das Prager Jesuskind war die Inspirationsquelle für das Buch „Der Kleine Prinz“

Oft kommen französische Schulklassen in die Kirche. Pater Petr macht die Erfahrung, dass sie die Botschaft vom Prager Jesuskind gut verstehen, obwohl Frankreich – genau wie Tschechien - ein in hohem Maße laizistisch geprägtes Land ist. Alle Schüler kennen das Buch „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry. Der tschechische Kamelitenpater erklärt: „Es ist nur wenig 090916 lepetitprince.jpgbekannt, dass Antoine de Saint-Exupérie sehr vertraut mit der Verehrung des Prager Jesuskindes war. Das Buch wird in den Schulen gelesen, weil es nicht religiös ist, aber zugleich ist es höchst religiös. Es ist direkt vom Prager Jesuskind inspiriert worden. Ein Kind kommt vom Himmel, bietet seine Freundschaft an, stirbt und geht zurück nach oben – Jesus würde sagen: zum Vater, aber Saint-Exupéry war sich seines Glaubens nicht sicher genug. Die Kinder, die das Prager Jesuskind besuchen, begreifen, dass das Jesuskind nicht irgend eine seltsame katholische Eigentümlichkeit ist, sondern sie verstehen die Botschaft!“.

Hoffnung für ein atheistisches Land

Obwohl sich Statistiken zufolge in Tschechien kaum ein Viertel der Bevölkerung als „gläubig“ bezeichnet, zeigt sich der Prior des Prager Karmelitenklosters optimistisch: Jesus selbst habe mit einer Handvoll Jünger angefangen. Einer davon habe den Herrn verraten und habe sich aufgehängt, mit den anderen wenigen Personen sei ein großer Teil der Welt bekehrt worden. Sleich selbst habe sich im Alter von 20 Jahren taufen lassen, als er während seines Mathematikstudiums durch Freunde zum Glauben gefunden habe. Heute ist fast seine ganze Familie katholisch.

090916 WKJ Kind Jezus 03.jpgGroße Verehrer des Jesuskindes von Prag waren beispielsweise die heilige Therese von Lisieux und die heilige Edith Stein. Der berühmte französische Dichter Paul Claudel widmete dem Gnadenreichen Jesulein ein bekanntes Gedicht. Der Prager Erzbischof, Miroslav Kardinal Vlk, erklärte die Wallfahrtskirche des Prager Jesuskindes erst kürzlich zum zweitwichtigsten Heiligtum Tschechiens nach dem Veitsdom.

emk

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Pater Petr Sleich, der Prior des Karmelitenklosters des Prager Jesuskindes