Nigerianischer Bischof: Gewaltprinzip durchbrechen.

07/06/2011

 Aufklärung, Bildung und Wissen sind Grundlage für einen echten Dialog zwischen Christen und Muslimen. Darauf hat der Bischof von Enugu im Südosten Nigerias, Callistus Onaga, bei einem Besuch des internationalen katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ hingewiesen. „Voraussetzung ist, dass das Leben als Geschenk, der andere als Abbild Gottes, als Abbild Allahs respektiert wird, nicht als Feind oder Ungläubiger“, so Bischof Onaga. Das Gewaltprinzip, wonach derjenige, der einen Ungläubigen tötet oder von einem solchen getötet wird, ins Paradies kommt, müsse durchbrochen werden.

Ursache der Unruhen im Norden Nigerias nach den Präsidentschaftswahlen vom April 2011 110607 onlusten in Nigeria.jpgsind nach den Worten von Bischof Onaga ungelöste ethnisch-politische Gegensätze. Zugang zu Bildung einer Reihe von Stämmen, die außer der Kenntnis des Koran über nur geringes Wissen verfügten, sei auch hier unerlässlich. „Nigeria ist ein ungemein großes Land mit hunderten verschiedenen Sprachen, ein Schmelztiegel wie die USA.“ Werde der andere nicht ausgegrenzt, sondern anerkannt, sei ein friedliches Miteinander möglich.
 
2012 begeht die Diözese Enugu, der mehr als 1,3 Millionen Katholiken angehören, ihr 50-jähriges Bestehen. Die katholische Kirche wächst. Gegenwärtig sind mehr als 400 Priester in der Seelsorge aktiv. Im Priesterseminar bereiten sich 265 junge Männer auf ihren Dienst vor. Die Zahl der in der Diözese tätigen Ordensfrauen beträgt 376. Bildung und Erziehung bilden einen Schwerpunkt der Aktivitäten. Die meisten der 148 Pfarreien unterhalten grund- und weiterführende Schulen, deren Qualität nach den Worten von Bischof Onaga allgemein anerkannt ist.

110607 Nigerian school-kids.jpgDas internationale katholische Hilfswerk „Kirche in Not“, das keinerlei staatliche Zuwendungen erhält, unterstützt Menschen, die sich im Dienst der Kirche für andere einsetzen. Ausschließlich aus Spenden werden jährlich mehrere tausend Projekte finanziert, die der Seelsorge dienen. Ein unverzichtbares Anliegen von „Kirche in Not“ ist der Einsatz für Religionsfreiheit. Seit der Gründung 1947 wird „Kirche in Not“ als Stimme für bedrängte und verfolgte Christen wahrgenommen. Alle zwei Jahre veröffentlicht das Hilfswerk eine Dokumentation zur „Religionsfreiheit weltweit“ sowie „Verfolgt und vergessen?“, einen Bericht über die Verfolgung von Christen weltweit.
 
Reinhard Backes (Kirche in Not - Königstein)

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Bischof von Enugu im Südosten Nigerias, Callistus Onaga