Iranischer Bischof: „Kultur ohne Gott hat keine Zukunft“

28/03/2012

Königstein im Taunus – Der chaldäische Bischof von Teheran, Ramzi Garmou, hat im 120328 Iran_nb.jpgGespräch mit dem internationalen katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ die Christen in der westlichen Welt dazu aufgerufen, ihre Freiheit „gut zu nutzen“. Dabei betonte er, dass sie „keine Sklaven einer Kultur, die Gott aus den Herzen vertreiben will“, werden dürfen und die Freiheit dazu nutzen sollten „die Wertschätzung vor dem menschlichen Leben zu verbreiten“. Eine Kultur ohne Gott führe zum „Tod“ und habe „keine Zukunft“. Wörtlich sagte er: „Seid euch des Wertes der Freiheit bewusst, die ihr genießt. Wie nutzt ihr sie in euren Ländern?“

Die Christen seien im Iran zwar lediglich eine kleine Minderheit, jedoch hänge „die Vitalität 120328 Iran Christian2.jpgnicht von der Zahl ab, sondern von der Qualität des Glaubens und des gelebten Zeugnisses“. Im „Dialog des Alltags“ mit den Muslimen legten die Christen im Iran „ein authentisches Zeugnis der Werte des Evangeliums ab“. Die starke Abwanderung von Christen aus dem Iran aus politischen, wirtschaftlichen und religiösen Gründen stelle zwar eine Herausforderung dar. Bischof Garmou betonte jedoch, die christliche Gemeinschaft im Iran lasse sich nicht entmutigen: „Selbst wenn wir von unseren Müttern geboren wurden, sind wir in Wirklichkeit von Gott in dieses Land gesandt worden“. Heute werde oft vergessen, dass das Leid, das für die Kirche ertragen wird, die „Quelle des Lebens der Kirche“ sei. Prüfungen führten zu einer Erneuerung und Stärkung der Kirche.


Hintergrundinformation Kirche in Not:
99 Prozent der Bevölkerung der Islamischen Republik Iran sind Muslime. Konversionen vom Islam sind verboten und werden mit dem Tode bestraft. Christen bilden eine Minderheit von ca. 80.000, von denen drei Viertel armenisch-orthodox sind. Die 20.000 im Iran lebenden Katholiken gehören drei verschiedenen Riten an. Sie dürfen ihren Glauben innerhalb ihrer Gemeinschaften an ihren Kultstätten praktizieren, das öffentliche Bekenntnis zu ihrem Glauben und vor allem die Missionierung sind ihnen untersagt.

Der chaldäische Bischof von Teheran, Ramzi Garmou