„Christen in der Türkei sind Vorbild und Herausforderung für Christen in Deutschland“
04/04/2012 „In Deutschland haben wir eine besondere Verantwortung für die Menschen aus der Türkei.“ Mit diesen Worten hat Wolfgang Häde, Pastor einer evangelischen Gemeinde im türkischen
Izmit, Christen in Deutschland zu einem stärkeren Glaubenszeugnis ermuntert. „Wir sollten ihnen mit Annahme und Liebe begegnen und uns auch nicht scheuen, von unserem Christsein zu erzählen“, betonte Pastor Häde bei einem Besuch des internationalen katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“. Der 1958 bei Kassel geborene Wolfgang Häde ist mit einer Türkin verheiratet und lebt sei 2001 in der Türkei.
Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde Pastor Häde am 18. April 2007. An diesem Tag war sein Schwager, Necati Aydin, zusammen mit zwei weiteren Christen im osttürkischen Malatya gefoltert und ermordet worden. Aydin, der die evangelische Gemeinde in Malatya leitete, war Vater zweier Kinder und wurde nur 35 Jahre alt. Die mutmaßlichen Täter, die aus muslimisch-nationalistischen Kreisen stammen, wurden zwar noch am Tatort gefasst. Die gerichtliche Aufarbeitung der Morde ist jedoch bis heute nicht abgeschlossen worden. Pastor Häde, der selbst bedroht wurde und ebenfalls umgebracht werden sollte, lebte zeitweise unter Polizeischutz.
Die Taten führt Pastor Häde auf tief sitzende Vorurteile und eine weit verbreitete Unkenntnis des Christentums in der Türkei zurück; das gelte selbst für ausgewiesene Experten. Zudem kam es in den Medien immer wieder zu antichristlichen Kampagnen. Häde: „Der Begriff Missionar ist selbst in gemäßigten Medien negativ besetzt.“ Da die Türkei die EU-Mitgliedschaft anstrebe, gebe es inzwischen jedoch kleine Verbesserungen. Nach wie vor könnten Gemeinden zwar keinen Rechtsstatuts erlangen. Vereine mit christlicher Zielsetzung können aber mittlerweile gegründet werden. Für den evangelischen Pastor sind die Christen in der Türkei „Vorbild und Herausforderung für Christen in Deutschland, wo wir bequem leben und oft nicht deutlich wird, was Nachfolge Christi eigentlich bedeutet.“
Wolfgang Häde, Pastor einer evangelischen Gemeinde im türkischen Izmit