Chile – Hilfe aus dem Herzen des Erdbebens

01/03/2010

In Chiles Hauptstadt Santiago de Chile haben Mitarbeiter des weltweiten katholische Hilfswerks „Kirche in Not“ mit der Hilfe für die Erdbebenopfer im Land begonnen. Das chilenische Hauptstadtbüro des Hilfswerks habe die Katastrophe den Angaben zufolge ohne Schäden überstanden. Mitarbeiter seien zur Stunde damit beschäftigt, sich ein Bild vom Ausmaß der Zerstörungen zu machen.

100301 Patricio_Carvajal_Masju_n_bigger.jpg Patricio Carvajal Masjuan, Direktor der Kirche in Not Chile

„Kirche in Not“-Länderreferent Ulrich Kny sagte, alle nötigen Hilfsmaßnahmen würden nach der Bestandsaufnahme direkt von Chile aus koordiniert. Durch diese „kurzen Wege“ sei gewährleistet, dass die Hilfsgelder aus Europa und Chile zusammen effizient und schnell ihr Ziel erreichen. „Kirche in Not“ werde vor allem beim Wiederaufbau der kirchlichen Gebäude im Land helfen, betonte Kny.

Anders als in Haiti könne man zwar darauf bauen, dass die zum Wiederaufbau nötigen Mittel auch aus Chile fließen könnten, erklärte Kny, durch das große Ausmaß an Sachschäden seien aber auch Hilfen aus dem Ausland nötig.

Da die Telefonleitungen in Chile immer noch zum größtenteils gestört sind, seien noch nicht aus allen Diözesen Meldungen über das Ausmaß der Schäden an kirchlichen Einrichtungen bei der internationalen Zentrale von „Kirche in Not“ in Königstein eingegangen. Zum Beispiel habe der Bischof von San Bernardo im Süden des Ballungsraums von Santiago, Monsignore Juan Ignacio González Errázuriz, geschrieben, Menschen seien in seiner Diözese nicht zu Schaden gekommen und auch die Kathedrale habe das Erdbeben gut überstanden. Allerdings habe es Sachschäden gegeben, beispielsweise seien vier der ältesten Pfarrkirchen zerstört worden.

Der Vorsitzende der chilenischen Bischofskonferenz und Bischof von Rancagua, Monsignore 100301 Kathedraal van Chanco.jpgAlejandro Goic, teilte „Kirche in Not“ inzwischen mit, allein in seiner Diözese seien 90 Prozent der 65 Pfarrkirchen und 700 Kapellen ganz oder teilweise zerstört. Kny geht davon aus, dass die Schäden an der kirchlichen Infrastruktur in den Diözesen Talca, Concepción und Chillán noch weitaus größer seien.

Ob auch pastorale Mitarbeiter unter den Opfern seien, sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt.

Offiziellen Angaben zufolge habe es die schwersten Schäden im Kleinen Süden Chiles gegeben, insgesamt seien bisher mindestens 723 Menschen umgekommen, 1,5 Millionen wurden obdachlos. Allein in der Hauptstadt Santiago wurden über 1500 Wohnsitze beschädigt. Schätzungen über den entstandenen Sachschaden schwanken zwischen elf und 22 Milliarden Euro.

„Kirche in Not“ ruft zum Gebet für die Erdbebenopfer in Chile und Haiti auf und bittet um Spenden für den Wiederaufbau.